Einladung zur öffentlichen Begegnung mit Manny Drukier am 25.10.2017 im Stadtkulturhaus Borna

Manny Drukier im Jahr 1946 in IndersdorfEnde Februar 1945, so erinnert sich Manny Drukier in seinem Buch „Carved in Stone“, gab es wieder einen Zählappell in Buchenwald. Eine Anzahl von Nummern wurde für einen Transport in das Arbeitslager Flößberg aufgerufen. Auch die Nummer von Gavriel Drukier, Mannys Vater, war dabei. „Niemand konnte uns etwas zu Flößberg sagen. Vater und ich hatten zu entscheiden, ob wir getrennt werden oder aber versuchen sollten, zusammenzubleiben“. Man entschied, zusammenzubleiben. Dies gelang, weil Manny Drukier seine Identität mit dem eines Mithäftlings tauschen konnte, der ebenfalls für den Transport nach Flößberg vorgesehen war. 

"Niemand konnte uns etwas zu Flößberg sagen"

Der kanadische Holocaust-Überlebende Manny Drukier (89) kommt nun, 72 Jahre nach diesen Ereignissen, erstmalig wieder nach Flößberg. Im Rahmen eines öffentlichen Schülergesprächs wird er am 25. Oktober 2017 im Stadtkulturhaus Borna über sein Leben und seine Zeit im KZ-Außenlager Flößberg sprechen. Es ist die erste und vielleicht auch die letzte Möglichkeit, Manny Drukier persönlich kennenzulernen und zu treffen. 

Manny Drukier wurde 1928 in Lodz als Moniek Drukier in eine orthodoxe Mittelstandsfamilie geboren. Schon mit elf Jahren musste er nach dem deutschen Überfall auf Polen die Schule verlassen. Im Juni 1940 wurden er und seine Familie in das Ghetto Staszów gesperrt. Seit 1942 hatte Moniek Drukier in Kielce und Tschenstochau für den Leipziger Rüstungskonzern HASAG Zwangsarbeit zu leisten. Die HASAG war es auch, die seit Ende 1944 in Flößberg das neuerrichtete Arbeitslager betrieb.

Begegnung mit Schülerinnen und Schülern

Das Lager Flößberg wurde im April 1945 geräumt, die Häftlinge wurden nach Mauthausen deportiert. Auf dem Transport starb Mannys Vater, der 17-Jährige überlebte und kam in das internationale Kinderzentrum Kloster Indersdorf (Bayern), bevor er 1946 nach Amerika emigrierte und sich in Kanada ein neues Leben aufbaute. 

Manny Drukier kommt aus Toronto zusammen mit seiner Frau Freda. Ihn begleiten seine Kinder Gordon, Laurie, Wendy und Cindy, sein Schwiegersohn Jan sowie seine Enkel Leah und Brett. Auch ein kanadisches Filmteam ist dabei und wird die Familienreise dokumentieren. Ermöglicht wird die Begegnung mit Schülerinnen und Schülern aus dem Landkreis Leipzig durch die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft. Interessierte sind zur Begegnung mit Manny Drukier herzlich eingeladen. 

Das öffentliche Zeitzeugengespräch 

findet am Mittwoch, dem 25. Oktober, um 10.30 Uhr im Stadtkulturhaus Borna statt. Es wird von der Geschichtswerkstatt Flößberg e.V. und dem Förderverein Gedenkstätte Flößberg e.V. organisiert.

Weitere Informationen und Kontakt 

Bitte senden Sie eine E-Mail an:mail@floessberg-gedenkt.de(Stefan Walter, Geschichtswerkstatt Flößberg e.V.)


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